Trennungsschmerz

 

Ich seh Dich vor mir steh’n,

Nachts, wenn wir die Sterne sehn.

Ist es Traum oder Wirklichkeit?

Mir fällt es schwer, denn Du bist so weit.

Du bist nicht hier mit Deiner Wärme,

ich spürte Dich bei mir, so gerne.

Die Gedanken sind nicht hier bei mir,

sondern tragen mich ständig zu Dir.

 

Wo ist Dein Blick in meine Augen,

die nach dem Sinn des Lebens schauen?

Dein Lächeln auf Deinen Lippen,

ist wie aus dem Glückstrank nippen.

Deine Hände berühren mich,

die mir sagen: Ich will nur Dich.

Das Schicksal will von uns doch mehr,

aber das Leben macht es schwer.

 

Die Seele ruft: Ihr seid gemeint,

das Glück, es will, dass Ihr Euch vereint.

Nimm es hin, ohne wenn und aber,

aber die Vernunft ist doch makaber.

Sie will doch nur das Eine,

mir auszureißen Arm und Beine.

Brutal ist die Wirklichkeit,

die Dir sagt, es ist noch nicht soweit.

 

Die wunderschönen Stunden

hinterlassen eingemeißelt Seelenwunden.

Werden ewig unvergessen bleiben,

auch wenn es kalt wird wie Schneetreiben.

Es bleibt für immer uns das Glück,

dass uns keiner nehmen kann zurück.

Mein Herz ist eingeschnürt und ruft:

Ich bin gefangen in einer Felsengruft.

 

Kann nicht hinaus mit den Gefühlen,

sie werden sich doch nie abkühlen.

Die Seelenverwandtschaft uns fest bindet,

niemals aus unserm Leben schwindet.

Zu tief ist die Verbundenheit,

sie wird uns binden für die Ewigkeit.

Mag Kälte und Schmerz uns widerfahren,

die glücklichen Stunden wir im Herzen aufbewahren.

 

Die glückliche Zeit wird helfen in der Trauer,

uns schützen vor tiefem Leid, wie eine Brandmauer.

Uns kann und wird man niemals trennen,

durch unsere Liebe wir uns besser kennen,

als sich jemand kann auch nur jemals ausmalen,

dass so eine Liebe bringt ein Herz zum Strahlen.

Sonnenschein, Glück, Leidenschaft und Zärtlichkeit,

hast Du mir gegeben in der kurzen Zeit.

 

Was die Zukunft bringt, macht mir Sorgen,

hoffe auf ein wenig Glück für Morgen.

Sehe Dich in Hoffen und Bangen,

es tut mir so weh, dass ich weggegangen.

Hab Dich hinterlassen in Deiner Einsamkeit,

war das denn alles nur Vergangenheit?

Ich zweifele daran:  Zeit heilt wunden,

denn nie werd ich mich damit abgefunden.

 

Nur am Alter soll es liegen,

dass wir nicht beieinanderliegen?

Dein Kopf im meinem Schoße ruht,

es ist so schön und tat uns so gut.

Nichts brauchten wie zueinander sagen,

verstanden uns blind und ohne Fragen.

Bedingungslos ist unsere Liebe,

auch wenn aufkam menschliche Triebe.

 

Warte nicht auf das Morgen mit mir,

denn nichts versprechen kann ich Dir.

Wenn die Liebe es so will,

wird die Zeit mucksmäuschenstill,

und uns sagen: Ihr seid gemeint,

und wir werden dann ewig vereint.

Wenn es aber nicht wird sein,

sollst Du hoffentlich leben im Sonnenschein.

 

September 2009

Hubert Kersting,